Sind pflanzliche Produkte wirklich günstiger? 500 Angebote im Check

In den Niederlanden sorgt eine neue Untersuchung für Aufsehen. Wer dort zu pflanzlichen Alternativen greift, zahlt im Supermarkt inzwischen bei jeder untersuchten Kette weniger als für einen vergleichbaren tierischen Einkauf. Im Schnitt sind es 18 Prozent Ersparnis, bei einzelnen Ketten bis zu 30 Prozent.
Für Deutschland zeigt die Preisstudie von ProVeg ein ähnliches Bild. Ein pflanzlicher Warenkorb war dort erstmals im Schnitt 5 Prozent günstiger als sein tierisches Pendant.
Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf die normalen Regalpreise. Wir wollten wissen, was passiert, wenn man stattdessen auf die Angebote schaut. Dafür haben wir unsere 500 Musthave-Angebote aus Woche 34 ausgewertet.
Was die Preisstudien sagen
Die niederländische Untersuchung verglich einen Basiskorb mit Hackfleisch, Burgern, Butter, Milch, Joghurt und Käse mit der pflanzlichen Variante. Am größten war die Ersparnis bei vegetarischen Burgern, Hähnchenstücken und Hackfleisch.
Die deutsche Preisstudie von ProVeg untersuchte acht große Ketten und zwölf Produktgruppen. Am günstigsten schnitt der pflanzliche Warenkorb bei Lidl ab, gefolgt von Aldi Nord und Aldi Süd. Bei Netto war er dagegen teurer als der tierische Korb.
Die Hälfte der untersuchten pflanzlichen Produktgruppen war günstiger als das tierische Pendant. Der Preisabstand schrumpft also, aber er ist noch nicht in jeder Kategorie verschwunden.
Diese Prospekte gelten diese Woche
REWE gültig 24. bis 29. August | Lidl gültig 24. bis 29. August | Edeka gültig 23. bis 29. August | Kaufland gültig 20. bis 26. August
500 Angebote aus Woche 34 im Check
Unsere Musthaves sind die 500 stärksten Angebote einer Woche aus allen Prospekten auf Prospektangebote.de. Wir haben sie danach durchsucht, wie oft pflanzliche Alternativen darin vorkommen und wie hoch die Rabatte ausfallen.
Pflanzliche Angebote sind die Ausnahme
Das erste Ergebnis ist deutlich. Nur 9 der 500 Angebote betreffen pflanzliche Alternativen, das sind weniger als 2 Prozent. Fast alle davon sind Hafer- und Sojadrinks.
Alpro Soja- oder Haferdrink kostet im Angebot 1,49 Euro statt 2,49 Euro, bei einzelnen Märkten sogar 1,29 Euro. Oatly Haferdrink liegt bei 1,79 Euro statt 2,19 Euro.
Wer pflanzliche Burger, Hackalternativen oder veganen Käse im Angebot sucht, findet in Woche 34 dagegen kaum etwas.
Die pflanzlichen und tierischen Angebote dieser Woche
Pflanzlich: Edeka € 1,99 | Norma € 1,99 | Budni € 1,79
Tierisch: WEZ € 1,29 | V-Markt € 0,88 | Wasgau € 1,59 | V-Markt € 0,69
Bei Butter, Käse und Joghurt sind die Rabatte deutlich tiefer
Auf der tierischen Seite sieht die Woche völlig anders aus. Dort stehen dutzende Angebote, und die Rabatte gehen deutlich weiter nach unten.
Müller Joghurt mit der Ecke kostet 0,33 Euro statt 0,89 Euro, das sind 63 Prozent Rabatt. Kerrygold Butter fällt von 3,49 Euro auf 1,49 Euro und Milram Käsescheiben von 2,59 Euro auf 1,29 Euro.
Der höchste Rabatt auf einen Haferdrink liegt in derselben Woche bei 48 Prozent, der niedrigste bei 18 Prozent.
Warum Prozente allein nicht reichen
Ein hoher Rabatt bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt am Ende günstiger ist. Entscheidend ist der Preis pro Liter oder pro Kilo.
Ein Beispiel aus derselben Woche. Alpro Haferdrink kostet im Angebot 1,29 Euro pro Liter. Müllermilch kostet 0,69 Euro für 400 Milliliter, umgerechnet also 1,73 Euro pro Liter.
Hier ist die pflanzliche Variante trotz des kleineren Rabatts die günstigere Wahl. Rechnen lohnt sich also, gerade weil die Packungsgrößen bei pflanzlichen und tierischen Produkten oft unterschiedlich sind.
Fazit: Angebote drehen das Bild
Im Regal holt pflanzlich auf, das zeigen beide Preisstudien. In den Prospekten der Woche 34 dominieren tierische Produkte dagegen klar, sowohl bei der Zahl der Angebote als auch bei der Höhe der Rabatte.
Wer wirklich günstig einkaufen möchte, entscheidet deshalb nicht pauschal für pflanzlich oder tierisch. Vergleichen Sie die aktuellen Angebote, rechnen Sie auf Liter oder Kilo um und schreiben Sie vorher eine Einkaufsliste.
So kaufen Sie nicht nur günstiger ein, sondern vermeiden vor allem Ausgaben für Produkte, die Sie eigentlich gar nicht brauchen.
Quellen
ProVeg Deutschland, Preisstudie zum Vergleich pflanzlicher und tierischer Warenkörbe.
Nieuwe Oogst, Bericht zur niederländischen ProVeg-Untersuchung vom 18. August 2026.
Prospektangebote.de, Auswertung der 500 Musthave-Angebote aus Woche 34 2026. Die genannten Angebote sind eine Momentaufnahme. Prüfen Sie im aktuellen Prospekt Gültigkeit, teilnehmende Sorten und Aktionsbedingungen.
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